Provisionsabrechnungen wurden an die wechselnden Mehrwertsteuersätze angepasst

Ab dieser Version stellen auch die Provisionsabrechnungen konsequent auf das Leistungsdatum ab. Das bedeutet konkret: Der Mehrwertsteuersatz, der ggf. auf die Vermittlungsprovision berechnet wird, richtet sich nach dem Zeitpunkt zu dem das jeweilige Objekt zugeschlagen wurde. Auch beim Export von Provisionsabrechnungen zur Finanzbuchhaltung werden die jeweiligen Leistungsdaten mitgeführt.

Export zur Fibu wurde gegenüber Version 3.1.0.0 verändert

Mit Version 3.1.0.0 hatten wir Ihnen mitgeteilt, dass ABS nun Netto- und Mehrwertsteuerbeträge verbucht anstatt von Bruttobeträgen. Wie sich nun durch due kurzfristigen Updates u.a. von DATEV Rechnungswesen herausgestellt hat, ist diese Art des Buchens in der Regel nicht möglich. Deswegen verbucht ABS nun doch weiterhin Bruttobeträge, fügt dem Buchungssatz jedoch das jeweilige Leistungsdatum hinzu. Auf diese Weise kann das verarbeitende Buchhaltungsprogramm den richtigen Mehrwertsteuersatz anlegen.

Das bedeutet für Sie:

  • Ihre Kontenzuordnungen können gegenüber dem Stand vor Version 3.1.0.0 unverändert bleiben.
  • Bitte fügen Sie in den Systemeinstellungen: Der Reiter "Fibu-Export" Ihren Buchungssätzen das neue Datenmerkmal "Leistungsdatum" hinzu.
  • Dadurch verändert sich die Struktur Ihrer Exportdateien. Bitte sprechen Sie diese Veränderung mit Ihrem steuerlichen Berater ab.

Übersicht

Heute tritt in Deutschland das aktuelle Konjunkturpaket in Kraft. Teil dieses Gesetzespakets ist die Senkung der Mehrwertsteuersätze für das zweite Halbjahr 2020. Diese Änderung hat weitreichende Auswirkungen auf die Verwaltung von Zahlungsströmen, und natürlich gehen diese Auswirkungen nicht spurlos an der Versteigerungsbranche und damit an ABS vorbei:

  • Belege stellen bei der Mehrwertsteuer jetzt auf das Leistungsdatum ab
  • Der Export zur Buchhaltung wurde an die aktuelle Lage angepasst - es besteht ggf. Handlungsbedarf für Sie
  • Einige wenige Geschäftsvorfälle sind noch nicht umgestellt

Belege stellen bei der Mehrwertsteuer jetzt auf das Leistungsdatum ab

Der anzulegende Mehrwertsteuersatz bemisst sich laut Gesetz nach dem Zeitpunkt, zu dem die zugrunde liegende Leistung erbracht wurde - dem Leistungsdatum. Was ist nun für die Leistungen, die Sie als Versteigerer erbringen, das jeweilige Leistungsdatum?

Nun, die meisten Gebühren, die Sie mit ABS erheben können, beziehen sich auf den Verkauf eines Objekts: Aufgeld, Live-Provision, Provision und Folgerechtsabgabe. All diese Forderungen entstehen in dem Moment, wo Sie den zugehörigen Kaufvertrag schließen oder vermitteln, also im Moment des Zuschlags. Also: Für alle provisionsartigen Gebühren ist das Leistungsdatum der Zeitpunkt des Zuschlags.

Einen Sonderfall stellt die Losgebühr dar: Diese Gebühr erheben Sie auch dann, wenn das betroffene Objekt nicht verkauft wird, und sogar dann, wenn der Einlieferer das Objekt vor der Auktion wieder zurücknimmt - strenggenommen entsteht die Forderung also in dem Moment, in dem der Einlieferer den entsprechenden Versteigerungsauftrag unterschreibt. Damit können wir in guter Näherung sagen: Das Leistungsdatum für die Losgebühr ist das Erfassungsdatum des zugehörigen Objekts.

Einen letzten Bereich, in dem mehrwertsteuerbehaftete Beträge anfallen, stellen die freien Rechnungen (und im Einzelfall auch die freien Gutschriften) dar. Hier erfassen Sie für jede Position das Leistungsdatum manuell, also: Auf freien Rechnungen und Gutschriften erfassen Sie die Leistungsdaten der einzelnen Positionen selbst.

In all diesen Zusammenhängen berechnet ABS die Mehrwertsteuer jetzt unter Berücksichtigung der jeweiligen Leistungsdaten. Wenn Sie beispielsweise einen Auftrag abrechnen, dessen Objekte Ihnen zwischen dem 15.6. und dem 1.8.2020 eingeliefert wurden, dann berechnet ABS die Losgebühren für diese Objekte und die darin enthaltene Mehrwertsteuer danach, ob die Objekte vor oder nach dem 1.7.2020 eingeliefert wurden, und wirft auf der Abrechnung die zugehörigen Leistungszeiträume mit aus. Im Ergebnis bedeutet das: ABS ermittelt die anzulegenden Mehrwertsteuersätze aus den jeweiligen Leistungsdaten - Sie brauchen sich nicht händisch darum zu kümmern.

Der Export zur Buchhaltung wurde an die aktuelle Lage angepasst - es besteht ggf. Handlungsbedarf für Sie

Im zweiten Halbjahr 2020 wird es häufig dazu kommen, dass Sie auf Ihren Belegen mit unterschiedlichen Mehrwertsteuersätzen operieren müssen - ein Beispiel dazu haben wir oben angeführt. In der Folge wurde die Art und Weise, wie ABS seine Belege zur Finanzbuchhaltung exportiert, grundsätzlich umgestellt. Diese Änderung betrifft Sie, wenn Sie Ihre Belege direkt aus ABS zu Ihrer Finanzbuchhaltung exportieren (vgl. Belege verbuchen).

Bisher verbuchte ABS mehrwertsteuerpflichtige Erlöse mit dem Bruttobetrag auf die von Ihnen jeweils angegebenen Konten. Das ging deshalb gut, weil die angesprochenen Konten von Seiten des verarbeitenden Buchhaltungsprogramms über eine Umsatzsteuer-Automatik verfügen, die den gelieferten Bruttobetrag selbsttätig in Netto- und Mehrwertsteuerbetrag auseinandernimmt.

Ab jetzt berechnet ABS Netto- und Mehrwertsteuerbeträge selbst und verbucht Netto- und Mehrwertsteuerbetrag getrennt auf die jeweiligen Konten. Mit anderen Worten: ABS erwartet ab Version 3.1.0.0, dass es sich bei den von Ihnen angegebenen Erlöskonten um Konten ohne Umsatzsteuer-Automatik handelt. Außerdem müssen Sie, falls noch nicht geschehen, einen gültigen Wert für das Fibu-Konto für die Umsatzsteuer angeben.

Was müssen Sie tun? Stellen Sie die betroffenen Erlöskonten (ggf. in Absprache mit Ihrem steuerlichen Berater) auf die richtigen Konten ohne Umsatzsteuer-Automatik um. Eventuell können auch die bestehenden Konten mit einem entsprechenden Steuerschlüssel weiter verwendet werden.

Einige wenige Geschäftsvorfälle sind noch nicht umgestellt

Einige wenige Funktionen in ABS sind noch nicht auf die neue Rechtslage umgestellt:

Provisionsabrechnungen

Wenn Sie Dritten gegenüber Vermittlungsprovisionen abrechnen, arbeitet ABS noch mit dem alten, zeitunabhängigen Mehrwertsteuersatz. Des weiteren wird auf Provisionsabrechnungen noch das Belegdatum als Leistungsdatum ausgegeben. Damit entsprechen die Provisionsabrechnungen noch nicht der neuen Rechtslage.

Ein entsprechendes Update für ABS folgt in den nächsten Tagen. Falls es möglich ist, verschieben Sie Provisionsabrechnungen, bis das neue Update zur Verfügung steht. Falls Sie nicht umhin können, in den ersten Julitagen eine Provisionsabrechnung zu erstellen, bevor das zugehörige Update veröffentlicht ist, sprechen Sie uns bitte an.

Auktionsstatistik

Die Auktionsstatistik wirft Ihnen u.a. die Brutto- und Nettowerte für eingenommene Aufgelder, Provisionen etc. aus. Diese Berechnungen sind noch nicht auf das Leistungsdatumsprinzip umgestellt, also in Teilen fehlerhaft. Auch hier folgt ein Update in den nächsten Tagen.

  • Ein Fehler im Plugin "ExtendedObjectDisplay.dll" wurde behoben, der in einigen Fällen dazu führte, dass Preisinformationen nicht gespeichert wurden. Betroffen waren diejenigen Eingabefenster für Objektdaten, die gestaffelte Provisionen verarbeiten können. Der Fehler tritt jetzt nicht mehr auf.

Wie Sie schon der Versionsnummer entnehmen können, handelt es sich hier um eine ziemlich tiefgreifende Veränderung in ABS: Die Differenzbesteuerung hat Einzug gehalten, und in diesem Zusammenhang haben sich viele Dinge verändert.

Das Wichtigste zuerst: ABS unterscheidet jetzt konsequent, in welcher Rolle Sie als Versteigerer handeln. Wie Sie wissen, können Sie dann, wenn Sie Fremdware versteigern, entweder als Makler handeln (Sie versteigern in fremdem Namen und auf fremde Rechnung) oder als Kommissionär (Versteigerung in eigenem Namen und auf fremde Rechnung). Als Kommissionär haben Sie noch die Möglichkeit, Auf- und Abgelder differenzbesteuert in Rechnung zu stellen.

Nebenbei: Für die Rechtsstellung als Makler wird häufig auch das Wort "Vermittler" benutzt. Da ABS aber unter einem Vermittler schon eine Person versteht, die Sie dafür bezahlen, dass sie Aufträge für Sie akquiriert, benutzen wir im Folgenden konsequent das Wort "Makler", um Begriffsverwirrungen zu vermeiden.

Welche Rolle Sie jeweils einnehmen, kann von Fall zu Fall durchaus unterschiedlich sein. Deswegen können Sie nicht nur in den Systemeinstellungen angeben, ob Sie im Allgemeinen Makler oder Kommissionär sind (vgl. Systemeinstellungen: Der Reiter "Konditionen"), sondern auch auf Personen- bzw. Auftragsebene. Darüber hinaus können Sie auch für eine Auktion einstellen, welche Rolle Sie in ihr einnehmen; wenn Sie das tun, werden abweichende Einstellungen in Einlieferern oder Aufträgen für diese Auktion überschrieben.

Für beide Rollen (Makler und Kommissionär) können Sie jeweils abweichende Konditionen für Aufgeld, Live-Provision, Provision und Losgebühr angeben.
Für Maklergeschäfte gibt es jetzt auch die Möglichkeit, dass Sie diese Gebühren brutto angeben können; die Entscheidung darüber, ob Ihre Gebühren sich jeweils inklusive oder exklusive Mehrwertsteuer verstehen, treffen Sie in den Systemeinstellungen. Eine weitere Ausdifferenzierung der Frage "brutto oder netto" scheint zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zweckmäßig zu sein - unserer Meinung nach macht es wenig Sinn, wenn Sie beispielsweise bei einem Auftrag eine Brutto- und bei einem anderen eine Nettoprovision erheben.
Bei Kommissionärsgeschäften können Sie abweichende Konditionen für den Fall der Regel- bzw. der Differenzbesteuerung hinterlegen. Für den Fall der Regelbesteuerung können Sie darüber hinaus angeben, ob auf den Zuschlag der volle oder der ermäßigte Mehrwertsteuersatz fällig wird.

Im Ergebnis haben Sie für jede Gebührenart jetzt drei Werte zur Verfügung: Für Maklergeschäfte (ob die jeweilige Gebühr sich inklusive oder zuzüglich Mehrwertsteuer versteht, ist eine Systemeinstellung, s.o.), für Kommissionärsgeschäfte mit Regelbesteuerung und für Kommissionärsgeschäfte mit Differenzbesteuerung.

Da Sie bisher bereits Ihre Konditionen auf System-, Kunden-, Auftrags- und Objektebene angeben konnten, haben die Neuerungen in den Gebühren Auswirkungen auf die meisten Eingabeformulare: So können Sie beispielsweise in den Kundendaten nicht mehr nur ein abweichendes Aufgeld hinterlegen, sondern Sie können diese abweichenden Konditionen danach ausdifferenzieren, in welcher Rechtsstellung die jeweiligen Geschäfte zustande kommen und ob dabei die Regel- oder die Differenzbesteuerung zum Einsatz kommt.

Selbstverständlich betrifft die Erweiterung auch das Rechnungs- und Abrechnungswesen. Überall dort, wo Sie differenzbesteuerte Gebühren erheben, wird dieser Umstand auf den jeweiligen Belegen angegeben; entsprechend gibt es auch immer dann einen Hinweis, wenn Gebühren die Mehrwertsteuer bereits enthalten.

 

Abgesehen von dieser großen Neuerung gibt es einige kleinere Änderungen:

  • Seit einiger Zeit wurde beim Erzeugen von Abrechnungen bereits dann eine neue Belegnummer erzeugt, wenn Sie das Auswahlfenster öffneten, das im Beitrag Objekte abrechnen beschrieben ist. Wenn Sie den Vorgang abbrachen, blieb die Belegnummer unbenutzt, es entstand also eine Lücke in Ihren Abrechnungsnummern; die unbenutzte Belegnummer wurde jedoch dokumentiert (das bedeutet, dass Sie die Lücken über die Menüoption "Zahlungsverkehr -> Dokumentation der Belegnummern" im Bedarfsfall nachweisen können).
    Jetzt wird die Belegnummer erst dann erzeugt, wenn Sie die Abrechnung wirklich auslösen; in diesem Zusammenhang treten also keine Lücken im Nummernkreis mehr auf.
  • Bisher gab es ein Fibu-Konto, auf dem Zuschläge für Fremdware verbucht wurden (vgl. Systemeinstellungen: Der Reiter "Fibu-Konten"). Jetzt können Sie eingehende bzw. ausgehende Zuschläge auf zwei verschiedene Konten verbuchen. Wenn Sie nichts anderes angeben, wird für beide Sachzusammenhänge das Konto verwendet, das Sie bisher für die Zuschläge allgemein verwendet haben.
  • Der Limitpreis eines Objekts kann jetzt auch oberhalb des Ausrufpreises liegen. Damit bekommt er den Charakter eines Reservepreises; wenn also der Zuschlag zwischen Ausrufpreis und Limitpreis erfolgt, kommt ein Vorbehaltszuschlag zustande (natürlich vorausgesetzt, dass die Automatik in den Systemeinstellungen so konfiguriert ist, vgl. Systemeinstellungen: Der Reiter "Auktion"). In den Systemeinstellungen legen Sie fest, ob bei Ihnen der Limitpreis, wenn Sie ihn denn benutzen, üblicherweise oberhalb oder unterhalb des Ausrufpreises liegt (vgl. Systemeinstellungen: Der Reiter "Konditionen"). Wenn Sie bei der Erfassung eines Objekts eine davon abweichende Kombination von Ausruf- und Limitpreis verwenden, bekommen Sie eine Warnmeldung.
  • Ein Fehler bei Stornorechnungen wurde behoben: ABS produziert Fehlermeldungen, wenn Sie inkonsistente Stornoszenarien angeben (so können beispielsweise Objekte, die noch nicht abgerechnet wurden, nur mit dem Modus "Kauf rückgängig machen" storniert werden). Im Falle einer solchen Fehlermeldung entsteht eine Lücke in den Rechnungsnummern. Bisher wurde in der Dokumentation in einem solchen Fall für die übergangene Belegnummer fälschlicherweise der Text "Das Dokument wurde erfolgreich ausgegeben" hinterlegt (das ist zwar strenggenommen nicht gelogen, denn der Ausgabeprozess hat hier tatsächlich schon stattgefunden, aber die Veränderungen konnten auf der Datenbank nicht übernommen werden). Ab Version 2.4.0.5 steht jetzt in der Belegnummern-Dokumentation richtigerweise der Text "Die Ausgabe wurde abgebrochen, während die Datenbank aktualisiert wurde".